Zugehörigkeit zum Familiensystem

Ich gestehe, eines meiner Lieblingstiere ist der Elefant, drum habe ich als Metapher für diesen Punkt auch diesen gewählt. Es gibt sicher noch zahlreiche andere Gattungen, welche gleich gut geeignet gewesen wären, der Elefant einfach meine persönliche Vorliebe.

Schauen wir uns einmal so eine Elefantenherde an. Hier gibt es auch bereits die vorher angeführten Punkte, wie Balance und Hierarchien, welche in der Tierwelt möglicherweise sogar rigoroser eingehalten werden als beim Menschen.

Elefanten sind sehr soziale Tiere. Sie schützen und stützen verwundete oder kranke Artgenossen bis zu ihrem Tod und teilweise noch darüber hinaus. Sie trauern um tote Familienmitglieder, versuchen sie immer wieder aufzurichten und bedecken sie, mit Zweigen und Gras, wenn sie diese endgültig zurücklassen müssen.

Soweit erinnert uns das auch an viele unserer Familiensysteme, zumindest an solche, welche intakt und funktionierend sind. Im Laufe der Zeit ist die Großfamilie verloren gegangen. Es gibt nur mehr wenige Länder, wo diese wirklich funktioniert.

Dies ändert aber nichts an der Zugehörigkeit, nichts daran, dass die Mitglieder, welche in ein bestimmtes Familiensystem geboren wurden, auch wirklich dazu gehören.

Und es gibt wenige Fälle, wo wirklich jemand endgültig aus einem bestehenden Familiensystem ausgeschlossen wird. Oftmals wird es verdeckt gehandhabt, ein nicht zur Verfügung stehender Vater eben totgeschwiegen oder auch „schlecht gemacht“.

Doch es ist aus systemischer Sicht unbestritten, dass der leibliche Vater immer ein wichtiger Bestandteil eines Familiensystems ist und bleibt, egal, was andere Menschen über ihn erzählen.

Es gibt aber auch Mütter, welche „ihre Kinder im Stich lassen“ oder sich nicht genügend um sie kümmern. Auch diese sind und bleiben Bestandteil des Systems des Kindes, unabhängig davon, ob sie nach der Geburt noch für das Kind zur Verfügung stehen oder nicht.

Ein Kind besteht zu 50 % aus den Erbanlagen seiner leiblichen Mutter und zu 50 % aus den Erbanlagen seines leiblichen Vaters, symbolisch und systemisch betrachtet. Dies unabhängig davon, wie es zur Zeugung des Kindes kam, egal, ob es aus Liebe geschah oder passierte oder wie auch immer.

Wenn das Kind diesen Teil seiner Existenz nicht anerkennt, bzw. nicht wahr nimmt, dann verleugnet es seine Herkunft, seine Veranlagungen, seine Basics. Dieses Kind schneidet sich selbst vom Fluss des Lebens ab, des Lebens, welches über Generationen weiter gegeben wurde.

Gehen wir noch einen Schritt weiter. Was ist mit Kindern, welche von anderen Familien adoptiert wurden? Vielleicht auch noch, ohne dass sie es wissen, dass sie nicht die leiblichen Kinder ihrer „Eltern“ sind.

Auch wenn sich diese Kinder in ihren „Familien“ wohl fühlen, es kann immer wieder passieren, dass sie sich nicht ausgeglichen fühlen. Es kann sein, dass ihnen irgend etwas fehlt im Leben, sie sich leer fühlen.

Diese „neue“ Familie ist zweifellos sehr wichtig für das Kind, aber sie kann nie die leiblichen Eltern ersetzen. Egal, was sich die leiblichen Eltern ev. zu Schulde haben kommen lassen, sie werden Zeit des Lebens des Kindes die leiblichen Eltern bleiben, welche dem Kind das Leben geschenkt haben.

In derartigen Fällen wäre es wichtig, wenn das Kind wieder Kontakt zu seinen leiblichen Eltern bekommen könnte. Es muss nicht real sein, es kann auch mental sein oder auch im Zuge einer Aufstellung eine Aussöhnung stattfinden.

© ChrisTina Mawald
aus dem Buch

Seelenheil
Lösung systemischer und karmischer Verstrickungen
erschienen 2006 im Verlag Edition Zaunreiter

Mehr über das Buch unter www.seelenheil.ceteem.at
oder im Blog mit weiterführenden Gedanken

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