Positionierung im Familiensystem

Stellen Sie sich vor, Sie sind die Spitze einer Pyramide, Sie stehen ganz oben, unabhängig davon, ob Sie bereits eine eigene Partnerschaft und/oder Familie haben. Nur als Arbeitshypothese: Sie sind die Spitze einer Pyramide.

Unterhalb von ihnen stehen ihre Geschwister und ihre Eltern, darunter die Geschwister ihrer Eltern, ihre Großeltern, deren Geschwister, deren Eltern, und und und.

Stellen Sie sich vor, dass eine dieser unter ihnen stehenden Personen, aus irgend welchen Gründen. nicht den Platz hat, welcher ihm zusteht, wenn zB einer ihrer Angehörigen im Krieg gefallen ist und nicht über ihn gesprochen wird.

Dann reißt diese fehlende Person ein Loch in diese Pyramide. Wenn nun ein später Geborener „in dieses Loch fällt“, dann kann es passieren, dass dieser Nachfolgende das Leben dessen übernimmt, welcher „nicht gesehen wird“.

Wenn nun dieser Nachfolgende nicht seinen Platz im System einnehmen kann – weil er eben jemand anderen vertritt – dann wird wieder ein Platz frei – und die Wahrscheinlichkeit, dass dann noch ein zukünftiger nachfolgt ist relativ groß.

Dies nur ein kleines Beispiel, nachstehend die optische Darstellung eines intakten (Familien)Systems:

Als Beispiel eine Person, welche zB im Krieg gefallen ist – und/oder eine Person, über welche nicht gesprochen wird.

Die darüber stehende Person „fällt“ in das schwarze Loch

und erzeugt dadurch eine neue Leere, welche irgendwann, in späteren Generation wieder befüllt werden würde, wenn es nicht gezielt bearbeitet wird.

Durch bewusstes Hinsehen und sich mit dieser Person zu beschäftigen, kann dieses Loch wieder gefüllt werden. Dadurch kann das Andenken an die ursprüngliche Person wieder her gestellt werden und für die Zukunft wieder eine solide Basis geschaffen werden.

Es muss auch nicht unbedingt die Person sein, welche direkt von dem Positionswechsel betroffen ist, welche wieder eine solide Basis schafft.

Wenn ich zB vermute, dass mein Kind nicht dem ihm adäquaten Platz einnimmt, kann genauso gut ich dafür sorgen, dass das Andenken an diejenige Person wieder auflebt, welche eines der „schwarzen Löcher“ gerissen hat.

Selbstverständlich ist es aber hilfreich und nützlich, wenn ich mit meinem Kind dann auch über die Person spreche, in deren Fußstapfen es getreten ist, bzw. wo die Gefahr besteht, dass das Kind an dessen Position im System tritt.

Bei Eltern, welche getrennt leben hilft es den Kindern, wenn vom anderen Elternteil nicht abwertend gesprochen wird, sondern sich der dem Kind näher stehende Elternteil bemüht, den ehemaligen Partner als irgendwann für sich selbst stimmig zu betrachten.

© ChrisTina Mawald
aus dem Buch

Seelenheil
Lösung systemischer und karmischer Verstrickungen
erschienen 2006 im Verlag Edition Zaunreiter

Mehr über das Buch unter www.seelenheil.ceteem.at
oder im Blog mit weiterführenden Gedanken

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